Billig Urlaub

Günstige Feiertage

mit Billigflügen, Top-Shops und einem tollen Hinterland. Wenn Sie aus Gernsheim kommen und spannende Sommerferien erleben wollen, müssen Sie nicht weit in die Ferien gehen. Bricht man mit seinen Überlieferungen, gerät die Republik für einen Moment aus den Fugen gerät - vor allem, wenn es der Bundeskanzler ist.

Bricht man mit seinen Überlieferungen, gerät die Republik für einen Moment aus den Fugen gerät - vor allem, wenn es der Bundeskanzler ist. Über zehn Jahre lang war es für Angela Merkel und ihren Mann Joachim Sauer traditionell, in den Sommerferien nach Südtirol zu fahren. Selbst die dunkelsten Konspirationstheorien sind in den Massenmedien im Umlauf.

Die Bundeskanzlerin wird gesucht, oder besser gesagt: einige Journalisten tun es. Angela Merkel wurde zum letzten Mal von ihrem Mann bei den Bayerischen Staatsfestspielen miterlebt. Seither gibt es keine Spur vom Leben des Kanzlers. Auf ihrer Sommer-Pressekonferenz Ende Juni hatte Merkel noch verraten: "Ich will nicht verschweigen, dass ich glücklich bin, wenn ich jetzt ein paar Tage frei habe und etwas mehr Schlaf habe".

Auf jeden Fall ging Merkel nicht auf den klassischen Südtiroler Bergwanderurlaub (wir kennen die unzähligen Bilder der Journalisten vor Ort). Mit einem seiner Kinder aus der ersten Hochzeit ist ihr Mann Sauer ohne den Kanzler ins Ahnenhotel gereist - im "üblichen Reisekleid mit weisser Kappe und Kniebundhose", wie die Bild-Zeitung aufmerksamer mitteilte.

Die Bild-Zeitung fragte zur Vorsicht einen Verfassungsjuristen, ob der Kanzler denn auch " verschwinden " könne. Die Bundeskanzlerin wurde am vergangenen Donnerstag in München gesehen - sie nahm an einer Aufführung von Persifal an der Wiener Staatsoper teil.

So billig ist es nur, weil andere die anfallenden Gebühren übernehmen.

Auch die Fluggäste selbst sind für den RyanairStreik verantwortlich: Sie geniessen die günstigen Flugtickets und sorgen sich nicht um die Nutzung von Mensch und Natur. Natürlich ist es ärgerlich, wenn auch der rechtzeitige Beginn des Urlaubs nicht funktioniert. Seien wir doch ehrlich: Sind wir nicht selbst mitschuldig an diesem Mist?

Bei Fluggästen, denen es gleichgültig ist, für welche Gehälter die Menschen tätig sind, die sie durch die Lüfte befördern, die ihnen das in Folie verpackte Brot anbieten oder die zwischen Abflug und Ankunft ein Parfüm aufdrehen. Für diejenigen, die noch gleicher sind, welche Auswirkungen das Thema Flug auf die Umgebung hat. Ryanair-Chef Michael O'Leary sagt, die Deutschen würden für ein günstiges Flugticket über Glasscherben krabbeln.

Vermutlich ist an diesem Spruch nur eines falsch: Billiges Reisen ist kein deutscher Begriff. In ganz Europa ist schon lange eine ganze Generation aufgewachsen, die nicht mehr weiss, dass Flugreisen für sie nur deshalb so billig sind, weil andere die anfallenden Gebühren aufbringen. Wer Sie gefahrlos in die Lüfte und wieder nach unten bringt, sollte ordentlich ausbezahlt werden.

Die Umgebung kann nicht demonstrieren, zumindest nicht mit Postern. Weil sie das Flugzeug so kostspielig machen wollen, dass es wieder ein Vorrecht für die Reiche sein wird", sagte Michael O'Leary einmal. Die Fliegerei ist schon jetzt kostspielig - aber im Augenblick bezahlen andere dafür: die Bewohner von Flugplätzen, die vom feinen Staub oder von der Lärmbelastung erkranken.

Stadtbewohner, die nicht mehr funktionieren können, weil es in den Büroräumen unzumutbar heiss wird. Das ist auch auf das Flugzeug zurückzuführen, denn es treibt den Klimawechsel durch Rauchgase voran. Oh ja, die zweite Falschaussage bleibt: Es ist auch falsch zu behaupten, dass die höheren Eintrittspreise vor allem die Ärmsten betreffen.

Es sind nicht die Ärmsten, die dauernd herumfliegen, sondern die Mittelschicht: der Student, der nur mit Freundinnen und Freunde in Barcelona feiert. Ja, sogar die Familien, die in Griechenland Urlaub machen wollen. Doch würden sie alle wirklich ihren Urlaub verderben, indem sie auf ein paar Getränke am Swimmingpool zugunsten etwas erhöhter Eintrittspreise verzichten?

Wenn Sie sich nicht um die Umgebung kümmern und die Menschen auch nicht, könnten Sie den Strike als Gelegenheit nutzen, über Ihr eigenes Verbraucherverhalten zu nachdenken. Vielleicht hat man dann ein wenig Einsicht in die Tatsache gewonnen, dass Eintrittskarten in absehbarer Zeit teurer werden müssen. Selbst wenn es dumm ist: Tut mir leid, Jungs, seht euch das an.

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