Mazury Polen

Masuren Polen

Reisejournal: 2000 Kilometer durch Polen - zweiter Teil - MASUREN (MAZURY) - Polen, 0lsztyn Das Masurengebiet im Nordosten Polens liegt an der Grenze zur russischen Königsberger Siedlung (Kaliningrad), der Südteil liegt im früheren Ostpreußen. Sie ist das Gebiet der 3000 Binnenseen, inmitten der großen Binnenseen befinden sich die Dörfer Guizycko und Michail. Die unberührte Landschaft bietet eine einmalige Flora und Fauna: Mischwald, kristallklare Gewässer, unzählige Fluss- und Wasserläufe, Weiher und Moore, viele Vögel und wildlebende, seltene, artenreiche Auen.

In der Hälfte des XVI. Jh. kam die Reformationsbewegung. Von Warschau aus sind wir nach einer 3-stündigen Autofahrt - zum Teil auf der Schnellstraße - gegen 12 Uhr in Olsztyn (Allenstein) angekommen. Mit dem ganzen Straßenverkehr wurde ein Teil davon "kriminell" übernommen. Das Städtchen ist in eine reizvolle Umgebung mit 15 Lagunen, dem Fluß Lyna und vielen kleinen Grachten eingetaucht.

Das Stadtzentrum ist das pittoreske Städtchen mit Barockbürgerhäusern, Arkaden, vielen Cafes und Biertischen. Es ist das einzig erhalten gebliebene von ehemals drei Stadttoren - das Wahrzeichen von Bozen. Danach besichtigten wir die aufwändig restaurierte Burg des 14. Jahrhunderts - das historische Stadtzentrum der jetzigen Zeit. Nikolaus Kopernikus war von 1516-21 Administrator des Kathedralkapitels hier, und 1521 wehrte er die Hansestadt gegen die Germanen.

Die Anlage ist erst seit der Hälfte des achtzehnten Jahrhundert von der Innenstadt aus erreichbar. Aus Zeitgründen konnten wir die 1877 gebaute protestantische Kathedrale im Norden der alten Ortschaft und auf der anderen Straßenseite die am Ende des vierzehnten Jahrhundert gebaute Jacobikathedrale nicht besichtigen. Unsere Pension befindet sich am Nikolajkensee, sehr schön gelegen, sehr schön und malerisch.

Wassersportmöglichkeiten gibt es auf drei Gewässern rund um Nikolaiken: Nikolaiksee (Jez Mikolajski), Spirdingsee (Jez Smiendwy) und Talersee (Jez Talty). Wir wollten natürlich auch eine Bootsfahrt auf den Gewässern machen. Die größte polnische Sommerstadt inmitten der Masurenseen ist von 100 teils kanalisierten Gewässern umgeben.

Wir fuhren von dort nach Elbing. Vermutlich um der Allensteiner Innenstadt auszuweichen, hat uns unser Navigationsgerät "durch Felder, Wälder und Wiesen" geschickt. Der Straßenzustand war zum Teil schlecht, aber recht eng, zum Glueck kaum befahrbar. Das konnten wir - denn wir fuhren einmal auf der E 77 nach Elbing.

Wozu nach Elbing? Das hatte drei Gründe: Wir wollten den Elbkanal und das nicht allzu weit von hier. Auf dem Weg von Elbing nach Danzig war die Marienburg auch ein idealer Ort für einen Besuch. Elbing hat 130.000 Bewohner, unweit des Fränkischen Haffs.

Die Friesische Heide ist durch die Friesische Nhrung von der Bucht von Danzig abgetrennt. Sie war die zweitgrößte ostpreußische Metropole und erlebt im neunzehnten Jh. einen Wirtschaftsboom durch Tabakbau, Schiffs- und Lokomotivbau. Weltkrieges wurde Elbing vollständig vernichtet, der Bau geht weiter. Einige der Straßen und Gässchen in der alten Stadtmitte sind noch in schlechtem Erhaltungszustand, und große Wasserpfützen entstehen bei heftigem Niederschlag an allen Ecken und Enden.

Bedeutsam ist auch der Innenhafen am Oberlandkanal im Süden der Hansestadt, von wo aus auch die Schifffahrt zum Frischen Haff und weiter nach Kaliningrad erfolgt. Mit neuen Wohnhäusern und Geschäften expandiert die Hansestadt weiter. Elbing scheint ein wenig wie die Großstädte in MeckPom ein paar Jahre nach dem Fall des Kommunismus.

Unser Haus befindet sich ebenfalls im Zentrum der Altstadt in einem wunderschön restaurierten Stadthaus. Jh. blieben hier die polnischen, schwedischen und preußischen Herrscher sowie der Zaren. Zu den Sehenswürdigkeiten der Gemeinde gehört sicher die massive Nikolaikirche aus dem dreizehnten Jh. mit dem 96 Meter hohem Aufsatz.

Wer noch höher hinaufsteigt, hat einen schönen Blick auf die Innenstadt, insbesondere auf den Langmarkt mit seinen rekonstruierten Giebeln aus dem 13. bis 15. Elbing ist auch bekannt für den Oberländischen Kanal, der von hier aus 82 Kilometer nach Osten (Ostróda) verläuft. Jh. verbinden mehrere Gewässer, und die 99 Höhenmeter werden mit einer Schleuse durchbrochen.

Unglücklicherweise konnten wir nicht einmal ein solches Boot in Elbing beobachten.... An den Ufern der Elbe mit den Weinweiden ist es noch recht wild. Es ging dann um eine Reise auf dem Oberlandkanal bzw. nach Domberg nach Frombork? Die Stadt Frombork - am Friesischen Haff liegend - wurde 1310 urkundlich erwähnt, sie ist nur ca. 20 Kilometer von der russische Staatsgrenze und ca. 70 Kilometer von Kaliningrad.

Zu Beginn des XVII. Jh. wurde ein Gewerbehafen errichtet, der sich jedoch nicht gegen den Hamburger Seehafen Elbing behaupten konnte. Berühmt wurde diese vor allem durch Nikolaus Kopernikus. Sie können zum Kirchturm aufsteigen und haben von dort - je nach Wetterlage - einen schönen Blick auf das Städtchen Frombork, das Friesische Haar und natürlich vor allem auf den Dom.

Nahezu eine halbe Millionen Menschen versuchte am Ende des Zweiten Weltkrieges aus dem Frischen Haff zu flüchten, viele sind ertrunken, andere kamen in Kälte und Schneefall ums Leben. Nichtsdestotrotz besuchten wir die nach dem Zweiten Weltkrieg zu 80% zerstörte Ortschaft Frombork. Als ich mir das Friesische Haar ansehen wollte, wurde ich klatschnass - trotz Regenschirm.

Aus Elbing ging es weiter in Fahrtrichtung Danzig, wo wir - gewissermaßen auf dem Weg - die Marienburg beobachteten.

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