Stahlbau Polen
Die polnische Stahlproduktion nimmt wie in vielen anderen osteuropäischen Ländern eine zentrale volkswirtschaftliche Rolle ein. Sie ist ein beschäftigungsintensiver Sektor und hat einen großen Anteil an der Bruttowertschöpfung von Polen. Man geht davon aus dass die Bedeutung der Stahlindustrie insgesamt und in Polen zunehmen wird.
Da man der Ansicht ist, dass das Produktionsvolumen zu hoch ist und im Vergleich zu Europa eine Wettbewerbsverschiebung z.B. durch zu hohe Subventionen vorherrscht, verlangt die Europäische Kommission eine Kapazitätsreduzierung. Die Unternehmen hingegen wollen Wettbewerbsfähig bleiben, was sie durch Investitionen in modernere Anlagen und drastischen Produktivitätssteigerungen realisieren mussten und müssen. Dies macht natürlich die Verhandlungen schwierig, da dieser Sektor auch einen hohen beschäftigungspolitischen Sektor darstellt.
Während der Zeit mit hoher Arbeitslosigkeit war kaum jemand in der Politik zu unpopulären Maßnahmen bereit. Reformen in der Stahlindustrie wurden daher lange hinausgezögert. Zum einen war die politische Lage zum Beitritt zur EU unklar und man hat vermutet, dass die EU-Gegner noch mehr Zulauf bekommen hätten, wenn die Kapazitäts- und Arbeitsplatzreduzierung in Verbindung mit dem EU-Beitritt gesehen wurden wäre.