Polnischer Humor
Wenn es um deutsch-polnische Witze geht greifen beide Nationen gern auf typische Klischees der jeweils anderen zurück. Das heißt: Der Pole klaut, und der Deutsche beschönigt die Nazi-Zeit. Wie nennt ein Pole seine Tochter? Klaudia! Warum wird im großen Kaufhaus am Alexanderplatz alle halbe Stunde die polnische Nationalhymne gespielt? Dann müssen die Polen strammstehen, und die deutsche Bevölkerung hat für ein paar Minuten die Chance, selbst Einkäufe zu machen.
Gegenbeispiel: Zeigt ein polnischer Großvater seinem Enkel das Foto eines düsteren Mannes mit quadratischem Schnauzbart. „Wer ist das, Opa?“ „Das ist der böse Hitler!“ „Und warum streckst du deinen Arm so nach oben, Opa?“ „Ich will rufen: Halt Herr Hitler, bis hierher und nicht weiter!“
Seit jeher sind die Polen von Russland und Deutschland politisch bedrängt worden und hegen eine tiefe Liebe zu Amerika, dem Land in dem jeder ungeachtet seiner Nationalität sein Glück machen kann. Polnischer Humor transportiert in vielen Situationen den Schmerz eines Volkes, das über Jahrhunderte hinweg bekämpft und immer wieder aus seiner Heimat vertrieben worden ist. Eine bekannte Vertreterin dieser dramatischen Komik ist Aldona Watolla, die ihre Musik bevorzugt den großen und kleinen Tragödien des Alltags widmet und diese mit lustigen Anekdoten im Übergang entschärft. Wer lacht, kommt nicht zum Weinen und zerbricht nicht an seiner Trauer. Dieser Maxime liegen die Programme Watollas, die ein Paradebeispiel polnischen Humors sind zugrunde.
Am 2. Oktober 2008 um 22:25 Uhr
Eines der schönsten Beiträge die ich hier gelesen habe!
Am 6. Juni 2011 um 20:03 Uhr
Also, daß Polen damals geteilt wurde, hatte schon seine Grüne…