Polen Deutschland
Der Beitritt Polens zur EU im Jahr 2004 und die Öffnung der deutsch-polnischen Grenzen im Dezember 2007 können langfristig dazu beitragen, dass der Polen Deutschland Konflikt beigelegt wird. Mit dem Kniefall Willy Brandts 1970 vor dem Denkmal der Bewohner des Warschauer Ghettos begann die Versöhnung zwischen den beiden Ländern. Seitdem wurden die politischen Beziehungen kontinuierlich gefestigt, einen weiteren Beitrag hierzu leistete der Besuch von Außenminister Steinmeier bei seinem polnischen Amtskollegen Sikorski zu Hause im April 2008. Vor allem die Menschen in den grenznahen Gebieten beider Länder sollen künftig stärker miteinander kooperieren und sich so aus ihren regionalen Randlagen befreien. Diese Beziehungen wären die Grundlage für weitere landesweite gemeinsame Projekte.
Der deutsche Historiker Klaus Ziemer und sein polnischer Kollege Wlodzimierz Borodziej arbeiten nun auch erstmals gemeinsam die Vergangenheit der Länder auf. Der Fokus liegt hierbei auf der deutschen Besetzung Polens und der Vertreibung der Deutschen nach 1945. Der Konflikt beider Länder und seine Auswirkungen auf das Verhältnis zwischen Deutschland und Polen zwischen 1939 und 1990 werden analysiert. Die Chancen stehen gut, dass die Nationen eines Tages normal miteinander umgehen können.