Monatsarchiv für Oktober 2008

Polnische Diskotheken

Samstag, den 4. Oktober 2008

Für Partypeople aus Osteuropa und Anhänger polnischer Musik gibt es inzwischen auch in Deutschland polnische Diskotheken. Dort werden neben aktueller Chartmusik und speziellen Stilrichtungen auch Lieder polnischer Künstler wie Ania, Mesajah und Maria Peszek gespielt, die eine schöne Abwechslung zur übermächtigen englischsprachigen Musik darstellen. Slawische Sprachen sind seit dem Beitritt Polens und Tschechiens zur EU in den Mittelpunkt des Interesses gerückt, und auch die Kultur Osteuropas findet immer mehr Aufmerksamkeit. Kneipen, Cafes und Diskotheken werden zu Begegnungsstätten für Osteuropäer und Deutsche, man lacht, redet und feiert gemeinsam während man in die Kultur des jeweils anderen eintaucht. Lange genug stand die deutsch-polnische Geschichte zwischen uns, die heutige Generation könnte es schaffen, alte Vorurteile auf beiden Seiten zu überwinden! Über das Internet findet man in vielen deutschen Städten polnische Diskos- höchste Zeit seine Nachbarn endlich mal kennenzulernen.

Polnische Jobangebote

Freitag, den 3. Oktober 2008

Jedes Jahr kommen zahlreiche Arbeitskräfte aus Polen hierher um endlich mehr Geld zu verdienen. Deutsche Niedriglöhne sind in vielen Fällen immer noch höher als ein Durchschnittsgehalt unserer osteuropäischen Nachbarn. Die meisten Arbeiter werden auf dem Bau, in der Gebäudereinigung oder für andere Helfertätigkeiten eingesetzt, wer einen lukrativeren Job sucht, muss eine entsprechende Ausbildung und gute Deutschkenntnisse mitbringen. Andersherum richten sich Polnische Jobangebote aber auch an Deutsche, die Polnisch sprechen können.

Immer mehr Firmen bauen Zweigstellen oder Geschäftsbeziehungen mit Unternehmen in Polen und anderen Ländern Osteuropas auf, da sind vor allem Mitarbeiter gefragt, die neben ihrer beruflichen Qualifikation auch über die notwendigen Sprachfertigkeiten verfügen. Die Arbeit im Ausland ist eine einmalige Chance und bietet vielen Angestellten die Möglichkeit, später in ihrer eigenen Firma aufzusteigen. In der Regel hat man zwar einen Ansprechpartner vor Ort, ist aber in vielen Dingen auf sich allein gestellt. Das fördert die Selbständigkeit, und man lernt Menschen und Kulturen kennen, die den eigenen Horizont bereichern. Wer die Gelegenheit bekommt und die Herausforderung annimmt, sammelt in jedem Fall wertvolle, wenn auch vielleicht nicht immer schöne, Erfahrungen fürs Leben!

Urlaub an der polnischen Ostsee

Donnerstag, den 2. Oktober 2008

Die Preise steigen in allen Lebensbereichen, und auch die Wahl des Ferienortes hängt oft vom Geldbeutel ab. Immer mehr Menschen verbringen ihre Freizeit daher in Osteuropa um wandern oder klettern zu gehen. Ein Urlaub an der polnischen Ostsee bildet die preiswertere Alternative zu Rügen, Usedom und Co. Dort finden sich Bungalows, Ferienhäuser und Hotels, die sich auch größere Familien leisten können. Neben günstigen Kosten für Unterkunft und Verpflegung, locken lebendige Touristenorte mit kleinen Cafes und Geschäften künftige Polenbesucher. Die Natur lässt sich zu Fuß, mit dem Rad oder auf dem Rücken eines Pferdes erkunden, und abseits der Urlauberstrände findet man saubere Abschnitte zum Baden und Spazierengehen. FKK ist in Polen allerdings größtenteils tabu!

Wer beispielsweise an der Pommerschen Seenplatte Urlaub macht, kann u.a. Gdansk und die Marienburg besuchen. Anhänger beschaulicher Ferienorte sollten außerhalb der Saison an die polnische See reisen und unbedingt einheimische Lebensmittel kaufen, die viel intensiver schmecken als Gemüse oder Fisch aus dem Supermarkt. Vor den allerorts in Polen gefürchteten Diebstählen schützt man sich am besten, indem man das Portemonnaie in der Tasche verstaut, diese gut verschließt und festhält. Autos stehen am sichersten auf abschließbaren Hotelparkplätzen. Und nun viel Spaß bei unseren osteuropäischen Nachbarn!

Polnischer Humor

Mittwoch, den 1. Oktober 2008

Wenn es um deutsch-polnische Witze geht greifen beide Nationen gern auf typische Klischees der jeweils anderen zurück. Das heißt: Der Pole klaut, und der Deutsche beschönigt die Nazi-Zeit. Wie nennt ein Pole seine Tochter? Klaudia! Warum wird im großen Kaufhaus am Alexanderplatz alle halbe Stunde die polnische Nationalhymne gespielt? Dann müssen die Polen strammstehen, und die deutsche Bevölkerung hat für ein paar Minuten die Chance, selbst Einkäufe zu machen.

Gegenbeispiel: Zeigt ein polnischer Großvater seinem Enkel das Foto eines düsteren Mannes mit quadratischem Schnauzbart. „Wer ist das, Opa?“ „Das ist der böse Hitler!“ „Und warum streckst du deinen Arm so nach oben, Opa?“ „Ich will rufen: Halt Herr Hitler, bis hierher und nicht weiter!“

Seit jeher sind die Polen von Russland und Deutschland politisch bedrängt worden und hegen eine tiefe Liebe zu Amerika, dem Land in dem jeder ungeachtet seiner Nationalität sein Glück machen kann. Polnischer Humor transportiert in vielen Situationen den Schmerz eines Volkes, das über Jahrhunderte hinweg bekämpft und immer wieder aus seiner Heimat vertrieben worden ist. Eine bekannte Vertreterin dieser dramatischen Komik ist Aldona Watolla, die ihre Musik bevorzugt den großen und kleinen Tragödien des Alltags widmet und diese mit lustigen Anekdoten im Übergang entschärft. Wer lacht, kommt nicht zum Weinen und zerbricht nicht an seiner Trauer. Dieser Maxime liegen die Programme Watollas, die ein Paradebeispiel polnischen Humors sind zugrunde.

Polen Ausschluss aus FIFA?

Mittwoch, den 1. Oktober 2008

Droht Polen der Ausschluss aus der FIFA und der Entzug der Fußballeuropameisterschaft 2012?

Am Freitag (26.08.2008) haben Funktionäre der UEFA (Europäische Fußball Union) Polen und der Ukraine ihr Vertrauen (unter Auflagen) ausgesprochen. Die organisatorischen und logistischen Probleme vor allem in der Ukraine sollen schnellstens gelöst werden.

Am Montag wurde nun vom Polnischen Olympischen Komitee (PKOL) die Verbandsspitze um Michal Listkiewicz suspendiert und vom unabhängigen Verwalter Robert Zawlocki ersetzt. Hintergrund sind die vielen Skandale in der Vergangenheit, wie Manipulation von Erstligaspiele, weswegen auch der Erstligastart verschoben werden musste. Außerdem sorgte die Aussage von Listkiewicz, dass es kein Problem sei die EM erst 2016 auszutragen für weiteren Unmut vor allem bei Sportminister Miroslaw Drzewiecki, dieser hauptsächlich hinter der Entmachtung steckt.

Von Seite der UEFA und FIFA wird dagegen jede staatliche Einmischung in nationale Verbände kategorisch abgelehnt. Gestern teilten dies auch die beiden Verbände in einem verteilten Schriftstück mit. FIFA-Präsident Joseph S. Blatter sagte dazu: “Wir akzeptieren den Eingriff in die Verbandshoheit nicht. Für uns ist die gewählte Führung um Präsident Michal Listkiewicz weiterhin der Ansprechpartner” außerdem forderte er, dass der “Nationalverband wieder eingesetzt” wird.

Von einem Ausschluss aus der FIFA spricht noch niemand, aber nachdem das Vertauen für beide Ausrichter der Fußballeuropameisterschaft 2012 ausgesprochen wurde, könnte dies ein erneuter Rückschlag sein. Wie die Äußerung vom stellvertretenden Premierminister der Ukraine Iwan Wasjunik aufgenommen wird, die Vorbereitungen unter direkter Verantwortung des Präsidenten und Premierministers zu stellen, bleibt noch abzuwarten.