Polnisch Literatur
Die frühesten Nachweise polnischer Literatur stammen aus dem 12. Jahrhundert. Neben Kirchentexten entstanden damals erste Chroniken des Landes sowie anonyme Lieder und Gedichte. Als Urvater der Schreibkunst gilt Mikolaj Rej, der im 16. Jahrhundert erstmals Texte auf Polnisch verfasste. Bis dahin war Latein die offizielle Schrift-und Gelehrtensprache gewesen. Die wechselvolle Geschichte Polens streift u.a. die Zeitalter der Renaissance, des Barock und der Romantik. Die Hauptthemen der Schriftsteller bilden politische Probleme, das Leben der einfachen Menschen und abstrakte Themen wie Vergänglichkeit, Tod oder Sünde.
Auch später reflektieren Schriftsteller und ihre polnisch Literatur vor allem die Lebenssituation ihrer Zeit, werden allerdings nach dem 2. Weltkrieg in ihrem Schaffen durch die Zensur eingeschränkt und können nur im Exil ungehindert schreiben. Der wichtigste Vertreter ist Tadeusz Borowski, der die Gräueltaten deutscher Besatzer in den Konzentrationslagern schonungslos schilderte und 1951 Selbstmord beging, weil er das Erlebte nicht mehr ertrug. 1996 erhielt die Lyrikerin WisÅ‚awa Szymborska den Nobelpreis der Literatur und ist damit die erfolgreichste Schriftstellerin Polens.
Die 1983 geborene Dorota MasÅ‚owska ist die erste nennenswerte Autorin, die in der nachsozialistischen Ära aufgewachsen ist. Sie schreibt nicht nur provokante Bücher in polnischer Gegenwartssprache, die ein düsteres Bild ihrer Heimat wiedergeben, sondern hat 2006 auch ein Theaterstück veröffentlicht. Maslowska spaltet mit ihren Werken Leser und Kritiker, wurde für ihre Arbeit allerdings auch schon mehrfach ausgezeichnet. Zuletzt erhielt sie 2006 den Nike-Literaturpreis für „Paw królowej“.