Monatsarchiv für Dezember 2008

Polnische Boeller

Dienstag, den 23. Dezember 2008

Wie jedes Jahr gehen kurz vor Silvester diverse Warnungen zu polnischen pyrotechnischen Erzeugnissen heraus. Im Fernsehen werden mit Sicherheit entsprechende Bilder bald zu sehen sein.

Polenböller kaufen
Geliebt, verachtet, gefährlich!
Polnische Böller sind vor allem bei Jugendlichen aufgrund ihrer Lautstärke sehr beliebt. Hohe Lautstärke ist aber gleichzusetzen mit großer Sprengkraft. Bei ausreichender Entfernung zum Objekt stellt dies auch nicht unbedingt das Problem dar. Die Länge der Zünddauer ist das eigentliche Problem denn hier gibt es in Polen keine ausreichenden Normen und Kontrollen. Dazu kommen die illegalen im „Hinterhof“ produzierten pyrotechnischen Artikel, die dann meist auf Märkten oder „unter dem Tisch“ verkauft werden und somit keiner Kontrollen unterliegen. Dies macht nicht nur die Böller so unberechenbar und davor muss gewarnt werden.

Der Zoll intensiviert gerade jetzt seine Suche nach illegal eingeführten Pyroartikeln. Grundsätzlich ist es verboten solche Waren einzuführen. Mit einer Anmeldung bei der Einreise können die in Deutschland zugelassenen „Kleinst- und Kleinfeuerwerke“ nach Deutschland gebracht werden. Allerdings sind die dafür benötigten deutschen Zulassungszeichen auf den Artikeln sehr häufig gefälscht. Wenn man bei der Einfuhr von illegalen Feuerwerkskörpern erwischt wird, muss man mit einer Strafanzeige rechnen.

Also am besten Hände weg, sie könnten sonst für immer weg sein.

Ein Jahr Schengen-Zone

Montag, den 15. Dezember 2008

Mit dem Beitritt zur Schengen-Zone und dem verbundenen Wegfall der Grenzkontrollen zu Polen und Tschechien werden die ersten Bilanzen gezogen. So hat der Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble bei einem Treffen mit seinem polnischen Kollegen in Görlitz ein positives Fazit gezogen.

Während diesem Jahr wurden etwas mehr als 2000 unerlaubte Einreisen nach Deutschland festgestellt. Gerade zu Anfang sind viele irrtümlich nach Deutschland eingereist, da sie ihr für Polen oder Tschechien ausgestelltes Visum auch für Deutschland gültig hielten. Ebenso wurde kurz nach Grenzöffnung ein erheblicher Kriminalitätsanstieg verzeichnet, vor allem im Bereich des Autodiebstahls. Es werden aber auch Diebesbeuten aus Skandinavien oder kuriose Raubzüge sichergestellt. So wurde zum Beispiel ein Mann mit mehreren Säcken Reizwäsche geschnappt. Die starke mobile Präsenz der Bundespolizei und die partnerschaftliche Zusammenarbeit mit den polnischen und tschechischen Sicherheitskräften konnte eine rückläufige Zahl bewirken.

Die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Deutschland und Polen haben mit der Grenzöffnung zugenommen. Der Warentransfer hat sich gerade wegen den wegfallenden Kontrollen weiter verstärkt. In den strukturschwachen Regionen im Nordosten von Brandenburg haben sich außerdem polnische Firmen niedergelassen um in Deutschland zu produzieren. Die schafft nicht nur Arbeitsplätze sondern bringt beide Länder noch enger zusammen.

Gadu Gadu

Sonntag, den 7. Dezember 2008

Sobald ich an deinem Rechner sitze, der einem Polen oder Polin gehört, fällt mir immer wieder dieses  Programm mit dem „komischen“ Namen Gadu-Gadu auf.

Aber was ist  Gadu Gadu eigentlich?
Gadu Gadu ist nichts anderes als die in Deutschland bekannten Instant Messenger ICQ oder Skype und heißt auf Deutsch soviel wie „quatschen“ oder „labern“. Man hat somit die Möglichkeit Textnachrichten oder Daten z.B. in Form von Videokommunikation  direkt zu einem anderen Nutzer zu schicken.  In Polen zählt Gadu Gadu zu den beliebtesten Chat-Diensten mit fast 8 Mio. registrierten Benutzern, wobei täglich über 6 Mio. davon online sind. Unter anderem hat der ehemalige polnische Präsident Lech Walesa erklärt, dass er Gadu Gadu selbst nutzt. Nachdem dies bekannt wurde erhielt er die spezielle Nummer 1980, das Jahr indem er und andere die Gewerkschaft und anti kommunistische Bewegung Solidarnosc in Danzig gründete.

Zum 30. Jahrestag am 27. Juni 2008 des ersten Weltraumflugs eines Polen (Miroslav Hermaszewski) wurde den Benutzern erlaubt eine Verbindung zu den Astronauten der Internationalen Raumstation ISS aufzubauen. Gadu Gadu war weltweit somit der erste Instant Messenger der für eine öffentliche Verbindung genutzt wurde.

Polnische Geschaeftsidee

Mittwoch, den 3. Dezember 2008

Weihnachtszeit!
Geschenke Holen! Aber wann? Keine Zeit! Und dazu noch nicht einmal eine Idee, was man überhaupt schenken soll. Nicht zu vergessen der Einkaufsterror. Die alljährliche Problemzeit hat wieder begonnen. Wem geht es eigentlich nicht so? Anscheinend muss es in Polen vielen so gehen. Denn findige Geschäftsleute haben sich dieser Problematik zur Aufgabe gestellt. Sie bezahlen, wir kaufen. Na, ganz so einfach ist es dann doch nicht. Der „Kunde“ muss einen Fragebogen ausfüllen und die zu beschenkende Person beschreiben und wählt dann praktisch ein Paket. Dieses ist zum Beispiel für 50 oder 100 Zloty (ca. 33 Euro) zu haben und beinhaltet zwei oder drei in Geschenkpapier eingepackte Geschenke. Dieser Service wird vor allem von jungen Polen genutzt und steht nicht nur zur Weihnachtszeit zur Verfügung.

Ich finde diese polnische Geschäftsidee irgendwie klasse. Gibt es so was eigentlich schon für Deutschland? Nun gut, bleibt nur zu hoffen, dass sich so manch Pole nicht aus Versehen verplappert, nach dem Motto: „Na Schatzi, wie findest du mein Geschenk? Was ist es denn dieses Jahr?“ Das könnte dann doch so einigen Ärger zur Weihnachtszeit hervorrufen.