Ein Jahr Schengen-Zone
Mit dem Beitritt zur Schengen-Zone und dem verbundenen Wegfall der Grenzkontrollen zu Polen und Tschechien werden die ersten Bilanzen gezogen. So hat der Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble bei einem Treffen mit seinem polnischen Kollegen in Görlitz ein positives Fazit gezogen.
Während diesem Jahr wurden etwas mehr als 2000 unerlaubte Einreisen nach Deutschland festgestellt. Gerade zu Anfang sind viele irrtümlich nach Deutschland eingereist, da sie ihr für Polen oder Tschechien ausgestelltes Visum auch für Deutschland gültig hielten. Ebenso wurde kurz nach Grenzöffnung ein erheblicher Kriminalitätsanstieg verzeichnet, vor allem im Bereich des Autodiebstahls. Es werden aber auch Diebesbeuten aus Skandinavien oder kuriose Raubzüge sichergestellt. So wurde zum Beispiel ein Mann mit mehreren Säcken Reizwäsche geschnappt. Die starke mobile Präsenz der Bundespolizei und die partnerschaftliche Zusammenarbeit mit den polnischen und tschechischen Sicherheitskräften konnte eine rückläufige Zahl bewirken.
Die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Deutschland und Polen haben mit der Grenzöffnung zugenommen. Der Warentransfer hat sich gerade wegen den wegfallenden Kontrollen weiter verstärkt. In den strukturschwachen Regionen im Nordosten von Brandenburg haben sich außerdem polnische Firmen niedergelassen um in Deutschland zu produzieren. Die schafft nicht nur Arbeitsplätze sondern bringt beide Länder noch enger zusammen.