Archiv der Kategorie ‘Kunst und Kultur‘

Wielkopolska Ausstellung in Speyer

Donnerstag, den 5. Februar 2009

Ab heute beginnt im Alten Stadtsaal in Speyer die Ausstellung Wielkopolska – Die Wiege des Christentums in Polen. Veranstalter ist der Freundeskreis Speyer- Gniezno (Gnesen), und die Stadt Speyer. Konzipiert wurde die Ausstellung vom Museum der Anfänge des Polnischen Staates in Gniezno (Muzeum Poczatków Panstwa Polskiego).

Auf der Ausstellung werden Kunstwerke aus den Anfängen des polnischen Staates der Region Wielkopolska (Großpolen) zu sehen sein. So wird der Besucher sakrale und liturgische Gegenstände, Schwerter, Ringe und die Lanze des heiligen Mauritius bestaunen können. Eines der großen Meisterwerke der Bronzegießkunst aus dem frühen Mittelalter wird als Nachbildung im Maßstab 1:1 dargestellt, das Südportal der Kathedrale von Gniezno. Auf diesem sind in 18 Szenen das Leben, Märtyrertod und die Verehrung des heiligen Adalbert dargestellt.

Die Ausstellung läuft vom 5.02.09 bis 18.02.09
Öffnungszeiten:
Mo-Do 9-12 Uhr und 14-16 Uhr, Fr 9-12 Uhr

Polnische Buchhandlung

Mittwoch, den 12. November 2008

Eine polnische Buchhandlung bietet Werke verschiedenster Autoren und Schwierigkeitsgrade vom Mittelalter bis zur Gegenwart. Sie sind sowohl für polnische Leser, als auch für Nicht-Muttersprachler die polnisch lernen möchten, interessant. Die Themen der Dichter variieren je nach Epoche. Während in der Renaissance der Mensch in seiner Einzigartigkeit und sein Streben nach Glück im Vordergrund standen, lag der Fokus beim Zeitalter der Aufklärung auf der Verstandesbildung des Menschen, und die Romantik war durch abstrakte Themen wie Tod, Vergänglichkeit sowie die Fehlbarkeit der Menschheit geprägt.

Die Gegenwartsliteratur befasst sich u.a. mit den deutsch-polnischen Beziehungen, den Veränderungen der polnischen Sprache und der Rolle der Kirche in der heutigen Zeit. Zu den bekanntesten Autoren gehören Jerzy Andrzejewski, Hanna Krall und Stanislaw Lem.

Polnische Lieder

Montag, den 10. November 2008

Musik als Ausdruck künstlerischen Schaffens spielt in jeder Kultur eine wichtige Rolle. Ebenso wie die deutsche wird auch die osteuropäische Klanglandschaft entscheidend von internationalen Einflüssen geprägt. Dennoch gibt es viele polnische Lieder, die überlebt haben und heute noch gesungen werden. Hier einige Beispiele mit deutscher Übersetzung. Viel Spaß beim Lesen(und Nachsingen)!

Hei Du Weichsel (Auszug aus dem Lied)
Hei Du Weichsel, Fluss der Bläue,  an dem Wald.
Und es ist die Hirtenflöte,  die erschallt.
Denn ich spiel‘ Dir auf der Flöte,  bleibe steh’n, bleibe steh’n!
Hör‘ mir zu, mein kleines Mädchen,  darfst nicht geh’n!

Hej, ty Wisło, modra rzeko pod lasem.
A mam ci ja fujareczke za pasem.
A jak ci ja na fujarce zagraje ,
Usłyszy mnie moje dziewcze o staje!

Regen fällt (Auszug aus dem Lied)
Regen fällt, Regen fällt, Regen ohn‘ Unterlass.
Regen fällt, Regen fällt, Regen ohn‘ Unterlass.
Janickow sein Gesicht, Janickow sein Gesicht,
Janickow sein Gesicht, es wird vom Regen nass!

Idzie dysc, idzie dysc, idzie sikawica.
Idzie dysc, idzie dysc, idzie sikawica.
Uleje, usiece, uleje, usiece, Uleje, usiece, Janickowe lica.
Uleje, usiece, uleje, usiece, Uleje, usiece, Janickowe lica.

Die Texte sind einfach und naturbezogen, worin sie unseren deutschen Volksliedern ähneln. Das Videoportal Youtube liefert ebenfalls polnische Musikunter anderem aus der polnischen Rap-Szene. So erfahren wir endlich, was unsere Nachbarn hören bzw. singen!

Polnisch Literatur

Sonntag, den 2. November 2008

Die frühesten Nachweise polnischer Literatur stammen aus dem 12. Jahrhundert. Neben Kirchentexten entstanden damals erste Chroniken des Landes sowie anonyme Lieder und Gedichte. Als Urvater der Schreibkunst gilt Mikolaj Rej, der im 16. Jahrhundert erstmals Texte auf Polnisch verfasste. Bis dahin war Latein die offizielle Schrift-und Gelehrtensprache gewesen. Die wechselvolle Geschichte Polens streift u.a. die Zeitalter der Renaissance, des Barock und der Romantik. Die Hauptthemen der Schriftsteller bilden politische Probleme, das Leben der einfachen Menschen und abstrakte Themen wie Vergänglichkeit, Tod oder Sünde.

Auch später reflektieren Schriftsteller und ihre polnisch Literatur vor allem die Lebenssituation ihrer Zeit, werden allerdings nach dem 2. Weltkrieg in ihrem Schaffen durch die Zensur eingeschränkt und können nur im Exil ungehindert schreiben. Der wichtigste Vertreter ist Tadeusz Borowski, der die Gräueltaten deutscher Besatzer in den Konzentrationslagern schonungslos schilderte und 1951 Selbstmord beging, weil er das Erlebte nicht mehr ertrug. 1996 erhielt die Lyrikerin Wisława Szymborska den Nobelpreis der Literatur und ist damit die erfolgreichste Schriftstellerin Polens.

Die 1983 geborene Dorota Masłowska ist die erste nennenswerte Autorin, die in der nachsozialistischen Ära aufgewachsen ist. Sie schreibt nicht nur provokante Bücher in polnischer Gegenwartssprache, die ein düsteres Bild ihrer Heimat wiedergeben, sondern hat 2006 auch ein Theaterstück veröffentlicht. Maslowska spaltet mit ihren Werken Leser und Kritiker, wurde für ihre Arbeit allerdings auch schon mehrfach ausgezeichnet. Zuletzt erhielt sie 2006 den Nike-Literaturpreis für „Paw królowej“.

Polnisch Kultur

Dienstag, den 28. Oktober 2008

Die Kultur des Landes ist eng mit der Geschichte Polens verbunden und reicht von Adam Mickiewicz und seinen Gedichten über die historische Malerei des Jan Matejko bis hin zu musikalischen Werken von Frederic Chopin. Viele polnische Künstler beschäftigen sich zudem mit Plakatmalerei, und Regisseure wie Roman Polanski oder Jerzy Hoffmann finden mit ihren Filmen weltweit Beachtung. Da Polen römisch-katholisch geprägt ist, gibt es auch zahlreiche religiöse Bräuche, die vor allem auf dem Land aufrecht erhalten werden. Dazu gehören u.a. Friedhofsfeiern an Allerheiligen, das weihnachtliche Sternsingen zu Ehren der Heiligen Drei Könige und der Palmsonntag. An diesem Sonntag vor Ostern wird der Einzug Jesu in Jerusalem gefeiert.

Auch in Deutschland finden zahlreiche Veranstaltungen rund um die polnische Kultur statt. Im Museum Kunst Palast in Düsseldorf gibt es noch bis 31.01.2009 eine Ausstellung zum Thema „Tod und der menschliche Körper“ von Magdalena Abakanowicz zu sehen. Am 05.11.2008 ist der Nachwuchspianist Mateusz Kolakowski in Berlin zu Gast um ein Klavierkonzert mit Klassik-und Jazzelementen zu geben, und wer polnisch lernen möchte kann sich regelmäßig im Berliner Kino Babylon Kultfilme und aktuelle Werke ohne Untertitel ansehen. Anschließend werden hier Dialoge nachgestellt, und man kann auf Polnisch über das Leben in unserem Nachbarland diskutieren.

Polnische Volkslieder

Sonntag, den 21. September 2008

Volkslieder sind aus dem Volksmund entstanden oder in ihn übergegangen. Die Dichter oder Komponisten sind meistens nicht mehr bekannt. Volkslieder unterliegen einer langen Tradition und sind am Anfang mündlich weitergegeben wurden, wodurch Veränderungen zwangsläufig nicht ausblieben. Je nach Kultur oder Region können auch Unterschiede im Text oder in der Melodie vorkommen.

Die Volkslieder wie auch polnische Volkslieder stellen häufig alltägliche Situationen dar und erfüllen verschiedene Funktionen, wie z.B. als Arbeitslied, Ständelied oder Hochzeitslied. Es kommt auch vor, dass die Volklieder nicht die wirkliche Realität widerspiegeln, sondern eine realitätsferne und idyllische Art und Form zeigen.

Ein polnisches Volkslied ist z.B. „Sto lat“. Der Autor ist unbekannt. Gesungen oder gespielt wird dieses Lied auf informellen (Geburtstage, Namens Tage) oder formellen Veranstaltungen wie Hochzeiten. Es wurde auch bei der Präsidentschafts- Einweihung von Lech Kaczynski und während der Besuche von Papst Johannes Paul II. Mit dem Lied will man gute Wünsche für einen Menschen mit auf den Weg geben.

Sto lat, sto lat, Niech żyje, żyje nam.

Sto lat, sto lat, Niech żyje, żyje nam,

Jeszcze raz, raz jeszcze, niech żyje, żyje nam,

Niech żyje nam!

Polnisches Institut

Freitag, den 12. September 2008

Seit den 50er Jahren besteht ein Polnisches Institut in Berlin. Trotz der Begebenheiten vor der Wende 1989 bot das Polnische Institut Berlin stets einen Einblick in unser Nachbarland Polen. Ziel des Instituts ist die Präsentation und Förderung der polnischen Kultur in Deutschland außerdem will man so das Interesse über die Geschichte und Traditionen des Landes Polen wecken. Um dies zu verwirklichen wird ein vielseitiges Programm angeboten. Dieses umfasst zum Beispiel Ausstellungen, Konzerte, Aufführungen oder literarische Abende aus den Bereichen Musik, Theater, Literatur und Film. Somit kann ein möglichst breites Publikum erreicht werden und dem Publikum vor allem auch neue Entwicklungen in der Kunst präsentiert werden. Weitere Polnische Institute befinden sich in Leipzig und Düsseldorf.

Das Haus der polnischen Kultur war der Vorläufer des Instituts in Berlin und wurde 1956  in Ost- Berlin berufen. Damit verwirklichte Polen die seit 1953 begonnenen Bemühungen eine Kultureinrichtungen in Berlin zu schaffen. Die Einrichtung konnte bei den Berlinern sofort punkten. Mit welchen Schwierigkeiten das Institut zu kämpfen hatte und was sonst noch so vor der Wende passiert ist, ist in dem Artikel „Geschichte des Polnischen Instituts Berlin“ nachzulesen.

Polnische Gedichte

Mittwoch, den 10. September 2008

Karl Dedecius ist ein deutscher Übersetzer für polnische und russische Literatur. Für den in Lodz geborenen stand stets die Lyrik bei seinen übersetzerischen Tätigkeiten im Vordergrund. In dem von ihm herausgegebenen Buch „Polnische Gedichte des 20. Jahrhunderts“ hat er die aus seiner Sicht bedeutendsten polnische Gedichte gesammelt, unter anderem von Wislawa Szymborska, Tadeusz Rózewicz und Adam Zagajewski. Diese Sammlung ist ein Durchgang durch die polnische Lyrik vom „jungen Polen“ um 1900 bis ins Jahrzehnt nach der Wende.

Polnische Gedichte sind auch in einem polnischen Blog gesammelt worden, dort sind auch Gedichte der oben genannten Autoren dabei.

Hier mal ein Gedicht von Adam Mickiewicz

Już góra z piersi mgliste otrzasa chylaty,
Rannym szumi namazem niwa zlotoklosa,
Klania sie las i sypie z majowego wlosa,
Jak z różańca kalifów, rubin i granaty.

Laka w kwiatach, nad laka latajace kwiaty,
Motyle różnofarbne, niby teczy kosa,
Baldakimem z brylantów okryly niebiosa;
Dalej sarańcza ciagnie swój całun skrzydlaty.

A kedy w wodach skala przeglada sie lysa,
Wre morze i odparte z nowym szturmem pedzi;
W jego szumach gra światlo jak w oczach tygrysa,

Sroższa zwiastujac burze dla ziemskiej krawedzi;
A na glebini fala lekko sie kolysa
I kapia sie w niej floty i stada labedzi.

Folklore Polen

Dienstag, den 19. August 2008

Polen ist ein Land mit reicher Kultur und einer langen Folklore Tradition. Die polnische Volkskunst findet ihren besten Ausdruck in der Musik, Architektur, Malerei, Gesang, Tanz und in handwerklichen Arbeiten wie Keramik und Weben. Die einzigartigen polnischen Volkslieder bilden eine unverwechselbare Gruppe innerhalb der internationalen Folklore. Der Trachtenreichtum in Polen ist ebenfalls sehr vielseitig, so gibt es mehr als 40 unterschiedliche regionale Trachten.

Die Folklore Polen findet sich auch in den polnischen Volkstänzen wieder. Deren Ursprung in heidnischen Ritualen liegt, die einst ein Teil der kirchlichen Trauung und Ernte Zeremonien waren. Mit der Zeit ging die kirchliche Bedeutung verloren und wurde seitdem eher zum gemeinsamen Zeitvertreib genutzt. Einige traditionelle polnische Volkstänze sind auch in der ganzen Welt bekannt geworden. Das sind zum Beispiel die anmutige Polonaise, die temperamentvolle Mazurka, der würdevolle Kujawiak und der majestätische Krakowiak.

Polnische Buecher

Samstag, den 16. August 2008

Durch den Umbruch im polnischen Buchmarkt in den 80er Jahren mussten viele staatliche Verlage ihren Bankrott erklären. Die Umstrukturierung der Verlagslandschaft nach den Regeln der freien Marktwirtschaft haben viele nicht verkraftet, auch waren sie nicht in der Lage sich anzupassen. Darauf hin haben sich viele neue Verlage gegründet, dies geschah vor allem Ende der 80er und 90er Jahre. Zunächst war die Lage sehr instabil und wegfallenden staatlichen Hilfen taten ihr übriges. Mit dem einsetzenden „Lesefieber“ Anfang der 90er Jahre wurde das Buch wieder zur rentablen Ware. So gaben damals 71% der Befragten an mindestens ein Buch pro Jahr zu lesen. Polnische Bücher zählten aber nicht zu der begehrten Ware. Starke Auflagen erzielten Romane von amerikanischen Autoren, die bis dahin nicht veröffentlicht wurden.

Aufgrund von fehlenden Strukturen die den Verkauf erschwerten ging auch die Leserzahl zurück und erreichte die gleiche Situation wie im kommunistischen Polen. Ein weitere Grund waren auch die stark gestiegenen Preise für Bücher, so dass sie als „Luxusgütern“ betrachtet wurden. Ab 2000 konnte der Fall der verkauften Bücher gestoppt werden und die Verlage wurden auch rentabler. Den Verlagen wurde ebenso bewusst, dass bei Veröffentlichung die Promotion eine große Rolle spielt. Auch das Internet bietet, gerade für polnische Bücher, sich zu präsentieren und diese käuflich zu erwerben. Die ist unter anderem unter Polmedia möglich.

Polnische Volkskunst

Montag, den 11. August 2008

Als Volkskunst, auch Heimatkunst genannt, bezeichnet man das kreative Schaffen jenseits der klassischen Kunst. Das heißt, dass die Erzeugnisse in handwerklichen und meist häuslichen Produktion entstehen und eine lange Tradition aufweisen. Volkskünste entstehen durch Überlieferungen und haben somit eine lange regionale unterschiedliche Tradition. Mit der zunehmenden Industrialisierung der westlichen Gesellschaft verschwand die Volkskunst zunehmend. Typisch für Volkskunst ist das Verwenden von lokalen Materialien und ihr symbolischer Charakter. Zu Volkskünsten mit regionalem Charakter gehören die Schnitzkunst, Textilkunst, Möbelkunst und Töpferei.

Für die polnische Volkskunst sind die Holzfiguren typisch, die von talentierten Bauern in ihrer Freizeit hergestellt werden. Heute findet die Herstellung etwas kommerzieller statt, aber nach wie vor mit ihren typischen Formen und Farben. Dies sind z.B. religiöse Motive, Bauern, Bäuerinnen, Blumen und Tiere. Ein reichhaltiges Angebot an regionalem Kunsthandwerk findet man in den Krakauer Tuchhallen in Krakau. In den zahlreichen kleinen Ständen sind vor allem Schnitzarbeiten aus der Region Kleinpolens zu finden.

Polnische Filme

Sonntag, den 10. August 2008

Mit der Pionierzeit des Films zum Ende des 19.Jahrhunderts begann auch die polnische Filmgeschichte. Polnische Filme standen auch unter dem Einfluss der wechselhaften Geschichte Polens.

Zu Beginn wurden kleine dokumentarische Filme gedreht. Bis 1908 der erste polnische Spielfilm seine Premiere in Warschau hatte. In dieser Zeit waren vor allem Komödien und Melodramen sehr populär. Die polnische Schauspielerin Pola Negri (bürgerlicher Name: Barbara Apolonia Chałupiec) gab zunächst ihr Debüt in einem polnischen Film und wurde durch deutsche und amerikanische Stummfilmproduktionen zum Weltstar. Die ersten polnischen Filmproduktionsfirmen entstanden mit der neu gewonnen Freiheit nach dem Ersten Weltkrieg. Bis zum Ausbruch des Zweiten Weltkriegs entstanden in Polen fast 300 polnische Filme und im ganzen Land gab es über 800 Kinos, allein in Warschau gab es 68. Mit dem Zweiten Weltkrieg verschwand der polnische Film wie die polnische Kultur im Untergrund und Filmschaffende emigrierten ins Ausland.

Nach dem Krieg wurde Lodz zum neuen Zentrum der Filmschaffenden. Unter anderem wurde 1948 die Filmhochschule in Lodz gegründet. Neben den Spielfilmen waren für die polnischen Filmkünstler die Dokumentarfilme eine wichtige Ausdrucksform. Zu den bedeutendsten und bekannten Filmregisseuren zählen unter anderem Andrzej Wajda und Roman Polanski. Aber auch jüngere Regisseure wie Piotr Trzaskalski können mit ihren Filmdebüts überzeugen.

Briefmarken Polen

Samstag, den 26. Juli 2008

Sammler aus aller Welt schätzen die wunderschönen Briefmarken Polens. Unter der Seite von old-stamps findet man eine Übersicht zu den bekanntesten Sammlermarken des Landes und erhält Informationen zu Herkunft und Wert jeder Marke. Hier sind u.a. Tiermotive, alte Eisenbahnen und Schiffe sowie dreieckige Marken abgebildet. Eine kleine Übersicht von historische Briefmarken mit Wappen und Fahnen, wie z.B. den polnischen Adler von 1919 oder das Staatswappen von 1932, ist auf der Seite von Familie Rüegg aus Lichtenstein zu sehen.

Bis 1918 stand der südliche Teil Polens unter der Herrschaft Österreichs und versandte seine Post mit entsprechenden Briefmarken. Nach Ende des ersten Weltkrieges im Januar 1919, bildete Polen endlich eine eigene unabhängige Regierung und ließ alle österreichischen Briefmarken für ungültig erklären. Sie wurden mit einem polnischen Aufdruck versehen und waren von nun an die einzigen zu verwendenden Postmarken. Sie wurden entweder im Buchdruck( Typografie) oder im Steindruck(Lithografie) hergestellt und in den folgenden Jahren häufig gefälscht. Die Marken bestanden aus 3 Teilen: dem Wort POCZTA am oberen und dem Wort POLSKA am unteren Rand. Beim Buchdruck fügte man als dritten Teil einen kleinen Rhombus, beim Steindruck ein kleines Ornament jeweils in der Mitte hinzu. Später wurden sie dann mit Gebäuden, berühmten Persönlichkeiten des Landes und anderen Motiven versehen.

Polnische Kultur

Sonntag, den 20. Juli 2008

Die wechselvolle Geschichte Polens spiegelt sich auch in der sehr vielfältigen polnische Kultur wieder. Der Schmelztiegel von verschiedenen Kulturen und Religionen während der multikulturellen Adelsrepublik hatte seinen Einfluss auf das polnische Kulturerbe. In der heutigen Zeit ist die polnische Kultur von Globalisierungstendenzen betroffen. Allerdings kann sie ihre eigene Identität in der Kulturszene größerer Städte und auf dem Land erhalten. Besonders hervorgetan hat sich der polnische Symbolismus und die Plakatmalerei. Die spezifischen Eigenschaften der Plakate sind nicht nur in Polen bekannt. Auch die anderen Bereiche der polnischen Kultur wie Film und Literatur finden internationale Anerkennung.

Die polnische Auszeichnung für Verdiente um die polnische Kultur (Zasluzony dla kultury polskiej) wird an Menschen, Organisationen, Vereine und Institutionen verliehen, die sie sich um die Schaffung, Erhaltung und Verbreitung der polnischen Kultur im In- und Ausland verdient gemacht haben. Neben dieser Auszeichnung gibt es noch die Medaille Verdienter um die Kultur (Gloria Artis). Diese wird an Kulturschaffende in den drei Ausführungen Gold, Silber und Bronze verliehen.

Polnische Komponisten

Samstag, den 19. Juli 2008

Zu den berühmtesten und beliebtesten polnische Komponisten gehört Fryderyk Franciszek Chopin. Sein Geburtsdatum ist nicht eindeutig gesichert, nach eigenen Aussagen ist er am 1. März 1810 in Zelazowa Wola in der nähe von Warschau geboren. Der Komponist, Pianist und Pädagoge zählt zu den einflussreichsten und beliebtesten Klavierkomponisten des 19.Jahrhunderts und zu den bedeutendsten Persönlichkeiten in der Musikgeschichte Polens.

Sein musikalisches Talent zeigte sich früh und er galt als Wunderkind mit einer außergewöhnlichen improvisatorischen Begabung. Bereits mit 7 Jahren komponierte er seine ersten Polonaisen. Nach seinem Schulabschluss begann er sein Studium am Konservatorium und besuchte nebenbei noch Vorlesungen an der Universität. In seiner Freizeit hat er weiterhin eifrig komponiert und legte seine Ergebnisse seinem Lehrer Jozef Elsner vor. Nachdem Chopin sein Studium beendet hat schrieb sein Lehrer Elsner in der Beurteilung folgendes.

Chopin Frederic. Besondere Begabung. Musikalisches Genie.

Nach seinem Studium lebte Chopin abwechselnd in Warschau, Wien und Paris bis er dann 1831 entgültig nach Paris umzog. Sein Leben finanzierte er mit Konzerten, die gerade so seine Kosten deckten. Durch Klavierschüler konnte er sich dann ein geregeltes Einkommen schaffen.

Der Gesundheitszustand des an Tuberkulose erkrankten Chopins verschlechterte sich im Laufe des Jahres 1847. Am 17.Oktober verstarb er dann in seiner Wohnung im engsten Kreis seiner Freunde. Auf Wunsch Chopins wurde sein Herz nach Warschau gebracht und in der Heiligkreuzkirche beigesetzt. Beerdigt wurde er auf dem Pere Lachaise Friedhof in Paris.