Archiv der Kategorie ‘Land und Leute‘

Polnisches Recht

Montag, den 25. August 2008

Polen hat nach der Wende bewusst auf eine systematische Zusammenfassung des geltenden Rechts (Kodifikation) in einem zusammenhängenden Gesetzeswerk (Gesetzbuch) gesetzt. So wurde auch das Zivilgesetzbuch systematisch umgebaut. Damit wollte man nach Außen Kontinuität des neuen Rechtssystems  signalisieren.  Mit dem EU- Beitritt musste der Aquis communautair im kompletten Umfang übernommen werden. Somit mussten auch neue Bereiche wie zum Beispiel Konsumentenschutz, Kartellecht oder Vergaberecht geschaffen werden.

Mit dem EU-Beitritt Polens rückte die Wirtschaft immer mehr in das Blickfeld der europäischen Nachbarn, somit stieg auch das Interesse am polnischen Rechtssystem. Einen Überblick über polnisches Recht kann man mit dem Taschenbuch “Einführung in das polnische Recht” von Liebscher und Zoll erlangen. Dargestellt werden das allgemeine Zivilrecht, Familienrecht, Wirtschaftsrecht, Erbrecht und das Verfassungsrecht.

Sommerferien Polen

Samstag, den 23. August 2008

Die Sommerferien Polen finden von Mitte Juni bis Ende August statt. Die polnischen Familien verbringen ihren gerne gemeinsam. Der Familienzusammenhalt wird in Polen noch sehr groß geschrieben. Beliebte Urlaubsformen sind dabei Camping. Daher ist es auch für ausländische Besucher sehr schwer einen Campingplatz in der Hochsaison zu bekommen. Obwohl diese zahlreich vorhanden sind. Beliebt sind die Campingplätze an der Ostsee, in den Masuren oder am Rande der Gebirge im Süden.

Aufgrund des starken Zloty und steigenden Einkommen der vergangenen Jahre können sich immer mehr polnische Familien einen Urlaub in den Sommerferien im Ausland leisten. Vielerorts in Europa verzeichnen die Hotels steigende Zahlen von Besuchern aus Polen.

Oft ist es so, dass die jüngere Generation vom Land in die Stadt gezogen ist und dort auch eine Familie gegründet hat. Deshalb wird die Zeit der Sommerferien in Polen auch zum Besuch der Eltern oder Verwandten genutzt.

Polnische Redewendungen

Montag, den 18. August 2008

Die Verbindung von mehreren Wörtern, deren Gesamtbedeutung nicht direkt aus der Bedeutung der Einzelwörter zu erkennen ist, nennt man Redewendung. Die Aneignung von Redewendungen und der Sprachbildlickeit ist ein langer Prozess und kann sich über das ganze Leben erstrecken. Außerdem ist oft eine genaue Kenntnis der Sprache oder der Hintergründe erforderlich um eine Redewendung zu verstehen. Redewendungen bilden einen festen Bestandteil des sprachlichen Lexikons, können aber eine eingeschränkte regionale Verbreitung haben.

Es gibt polnische Redewendungen die genauso im Deutschen vorkommen. Zum Beispiel widziec cos przez rozowe okulary, das soviel heißt wie etwas durch die rosarote Brille sehen. Ein andere polnische Redewendung ist z.B.: nie taki diabel straszny, jak go maluja und bedeutet soviel wie: nichts wird so heiß gegessen, wie es gekocht wird.

Polnische Schimpfwörter

Sonntag, den 17. August 2008

Wut und Frust werden oft von Kraftausdrücken oder Schimpfwörtern begleitet und die Benutzung zieht sich quer durch alle sozialen Schichten, egal ob Jung oder Alt, Mann oder Frau, privat oder auf Arbeit. Das sich Kinder tabuisierte Worte besonders gut merken können, ist schon erstaunlich.

Auch wenn man die polnische Sprache nicht beherrscht, versteht man sofort ob geflucht wird oder nicht. Zwischen den Kulturen gibt es Unterschiede bei der Benutzung von Schimpfwörtern. Zum Beispiel geht im deutschsprachigen Raum werden eher Wörter aus der Fäkalsprache verwendet, z.B. “Scheiße”. Polnische Schimpfwörter haben eher einen sexuellen Hintergrund, wie z.B. “kurwa” (deutsch: Nutte). Wissenschaftler sind davon überzeugt, dass die verbalen Ausdrücke dabei helfen Stress, Wut und Ärger abzubauen. Doch Vorsicht! Im juristischen sinne handelt es sich je nach Zusammenhang um eine Beleidigung.

Oft verwendete polnische Schimpfwörter
kurwa - Nutte
dupa - Arsch
huju - Wichser
gupi barran - trotteliger Idiot

Polnische Tänze

Freitag, den 15. August 2008

Viele bekannte Volkstänze haben Polen ihren Ursprung. Die Polonaise, Mazurka und Krakowiak sind typische polnische Tänze, die nicht nur in Polen bekannt sind.

Die Polonaise ist ein feierlich geschrittener Tanz im dreiviertel Takt, der sich so im 17.Jahrhundert durchgesetzt hat. Zufuhr wurde er von polnischen Würdenträgern als Huldigung an Polen im vierviertel Takt getanzt. Erst in Frankreich unter Heinrich III. hat sich dieser polnische Tanz später in ganz Europa verbreitet. Heute wird dieser Tanz oft als Einleitung zu Bällen getanzt.

Die Mazurka bewegt sich im langsamen dreiviertel Takt. Der Name Mazurka ist erstmals 1345 belegt. Ab 1840 hat sich dieser Tanz als Gesellschaftstanz des Bürgertums in Deutschland verbreitet. Durch Frederic Chopin und seinen 60 Mazurka Kompositionen für das Klavier wurde die Mazurka auch international bekannt.

Aus der Region um Krakau stammt der polnische Tanz Krakowiak. Im engeren Sinne ist der Krakowiak ein Paartanz im raschen zweiviertel Takt und war ein beliebter Gesellschaftstanz im 19.jahrhundert. Bekannt war er zu dieser Zeit unter der französischen Bezeichnung Cracovienne.

Polnische Wurstwaren

Mittwoch, den 13. August 2008

Mit dem EU-Beitritt haben traditionell hergestellte polnische Wurstwaren Karriere gemacht. Es ist den Herstellern gelungen die sozialistische Einheitswurst zu vergessen und eine neue qualitative Vielfalt zu schaffen. Zunächst war die Skepsis unter der Landbevölkerung groß, ob man denn gegenüber den alten EU-Staaten bestehen könne. Doch die polnischen Erzeugnisse konnten sich behaupten und stechen durch ihre hohe Qualität und geringen Einsatz von Chemikalien und Kunstdünger heraus.

In Polen gibt es ca. 240 verschieden Wurstsorten. Die private Wurstproduktion ist dabei ungebrochen und jeder Metzger hat sein eigenes Rezept, so dass eine unglaubliche Vielfalt entsteht. Das typische “hinter dem Haus geschlachtet und frisch gewurstet” findet man noch vielerorts vor. Man ist auch durchaus bereit sein Schwein über 100km zu seinem Lieblingsmetzger zu transportieren.

Von den polnischen Exporten von Agrarprodukten gehen um die 23% nach Deutschland, dabei handelt es sich hauptsächlich um Milchpulver und Geflügel. Die traditionelle gute polnische Wurst ist leider zunächst in Vergessenheit geraten. Dies haben aber auch die Wursthersteller erkannt und machen für ihre Produkte gezielte Werbung.

Auf der Deutschlandfunk Internetpräsenz ist ein wunderbarer Artikel nachzulesen: Wundervolle Wurst-Welten- polnischer Patriotismus in der Pelle.

Polnische Spezialitaeten

Freitag, den 8. August 2008

Wodka (”kleines Wässerchen”) ist wohl die bekannteste polnische Spezialität, zumindest ist es das Erste was einem einfällt, wenn man an polnische Spezialitäten denkt. Eine besondere Marke neben Chopin, Wyborowa und Sobleski ist der Wiesent-Wodka. Der mit Steppengras aromatisierte Wodka hat einen sehr sanften und bekömmlichen Waldmeister Geschmack. Durch die Beigabe des Steppengrases bekommt der 40-prozentige Wodka seine typische Farbe.

Die polnische Küche bietet ebenfalls zahlreiche Spezialitäten auf. Die bekanntesten unter ihnen sind die Teigtaschen Pierogi und der “Sauerkrauttopf” Bigos. Polen ist auch für seine zahlreichen Wurstsorten bekannt. Denn so gut wie jeder Hersteller, vom Bauern angefangen, hat sein eigenes Rezept hat.

Käse statt Viagra! Zumindest behaupten die Goralen (Bergbewohner) dass ihr Oscypek-Schafskäse die gleiche Wirkung wie Viagra haben soll. Dieser Käse stammt aus den südlichen Bergregionen und wird aus unpasteurisierter Schafsmilch hergestellt. Die traditionelle Herstellung findet in den so genannten Bacowka-Hütten statt. Der Oscypek-Schafskäse wird geräuchert oder ungeräuchert angeboten.

Polnische Aussprache

Mittwoch, den 6. August 2008

Die polnische Sprache gehört zu den slawischen Sprachen und hat viele Unterschiede zu deutschen Sprache. Für Deutsche fällt die Aussprache schwer, da für uns viele Wörter regelrechte Zungenbrecher bilden. Im Laufe der Entwicklung der polnischen Sprache ist die Unterscheidung von langen und kurzen Vokalen verloren gegangen. Außerdem hat sich der Wort akzent auf die vorletzte Silbe gefestigt.

Ein harmloser Zungenbrecher

Deutsch: Hallo
Polnisch: Cześc
Aussprache: tschäschtsch

In den polnischen Wörtern kommen sehr häufig Zischlaute vor, auch innerhalb eines Wortes mehrere. Daher gilt die polnische Aussprache als sehr schwer erlernbar. Die Konsonanten werden zwischen harte, verhärteten und weichen unterschieden. Wobei die weichen durch einen Strich oder durch ein nachfolgendes i gekennzeichnet sind.

Polnischer Staatspraesident

Sonntag, den 3. August 2008

Aktueller polnischer Staatspräsident ist Lech Aleksander Kaczynski. Seine Rechten und Pflichten als Staatspräsident sind in der Verfassung vom April 1997 festgeschrieben. Vom Grundsatz her ist er das Staatsoberhaupt von Polen und steht an der Spitze der Exekutive. Als oberster Repräsentant des Landes vertritt er die Interessen von Polen im Ausland, so kann er internationale Verträge ratifizieren oder kündigen. Der Zeitpunkt für Parlamentswahlen wird von ihm festgelegt, bei besonderen Fällen kann er das Parlament vorzeitig auflösen. Im Falle eines Krieges ist er Oberbefehlshaber der polnischen Streitkräfte, ansonsten übernimmt der Verteidigungsminister stellvertretend diese Aufgabe.

Die Benennung des Ministerpräsidenten durch den Staatspräsidenten ist vom Parlament unabhängig, allerdings zieht er in Betracht ob eine ausreichende Mehrheit hinter dem Ministerpräsidenten steht. Durch das Vetorecht kann der polnische Präsident direkten Einfluss auf die Gesetzgebung nehmen. Der Sejm hat aber die Möglichkeit das Vetorecht abzulehnen, dafür sind aber drei Fünftel aller Stimmen der Abgeordneten nötig und es müssen auch mindestens die Hälfte abstimmen. Bei Entscheidungen, die dem Staat sehr wichtig sind und die Meinung aller Bürger erfordern, kann er einen Volksentscheid anordnen. Dies geschah z.B. bei der Frage um den EU-Beitritt Polens.

Der polnische Staatspräsident hat viele weitere Rechte und Pflichten. So kann er Botschafter benennen, abberufen und Akkreditierungen aussprechen. Außerdem kann er mit seinem Gnadenrecht rechtskräftige Strafen aufheben.

Atlas Polen

Freitag, den 1. August 2008

Die Geschichte des 20.Jahrhunderts war von übersteigendem Nationalismus geprägt, der zu Kriegen führte. Vertreibungen, Massen-Vernichtung, Unterdrückung andere Nationalitäten waren die Folge.

Die Vorgänge der ethnischen Trennungen während und nach dem Zweiten Weltkrieg haben Mitarbeiter der Breslauer Universität in einem Atlas für das östliche Mitteleuropa als Karten dargestellt. Der Atlas hat den Titel: “Aussiedlung, Vertreibung, 1939-1959. Atlas der polnischen Gebiete”. In den Karten werden die Flüchtlingsströme, Deportationszüge, Flüchtlings-Lager seit Beginn des Zweiten Weltkriegs dargestellt. Ergänzt werden die Karten von  amtlichen Dokumenten, Fotos und dokumentarischen Darstellungen. Auch werden die Auswirkungen der Westverschiebung Polens auf Hinsicht der ethnischen Trennungen gezeigt.

Für Aufsehen hat der polnische in Warschau sitzende Demart Verlag gesorgt. Dieser brachte einen Autoatlas heraus, in dem die Grenzen von 1939 fett eingezeichnet sind. Dies sorgte für ungeahnten Ärger und Hasstiraden gegenüber dem Verlag. Der Verlag ließ sich von den Vorbehalten und Drohungen nicht einschüchtern und verwies auf den geschichtlichen Charakter der Karte. Die Karte soll vielmehr eine Hilfestellung zur Identifizierung von Orten und Gebieten sein. Außerdem wurden keine Namen aus der Nazizeit verwendet, sondern nur welche die bereits davor existierten. Die Städte und Orte sind neben Polnisch auch in deutscher Sprache gekennzeichnet und sind für deutsche Touristen, die nach Überbleibsel deutscher Kultur suchen, sehr praktisch.

Polnisches Essen

Montag, den 28. Juli 2008

Die polnische Küche ist herzhaft, deftig und abwechslungsreich. Bei der Hauptmahlzeit dem Mittagessen wird meist viel und ausgiebig gegessen und das Gläschen Vodka darf auch nicht fehlen. Das polnische Essen ist durch slawische, österreichische, deutsche, russische, jüdische und italienische Einflüsse geprägt.

Polen sind bekannt dafür, dass sie gerne Fleisch essen, vor allem Schweinefleisch, das meistens zu Wurst verarbeitet wird. Bis vor wenigen Jahren war der pro Kopf Verbrauch von Fleisch in Polen am höchsten. Die Krakauer (getrocknete Räucherwurst) ist auch in Deutschland bekannt. Typisches und traditionelles polnisches Essen ist durch die polnische Landwirtschaft und von dem was die Bauern anbauen geprägt. Daher findet man viele Gerichte, die aus Kartoffeln, Sauerkraut, rote Rüben, Gurken, Eier, Kohlrabi und Pilze bestehen. Gewürzt wird hauptsächlich mit Kümmel, Dill oder Majoran.

In den polnischen Restaurants, auch in denen in Deutschland, wird man viel bekannte Speisen begegnen, man kann aber auch viel neues und unbekanntes wie deftige Suppen, pikante Fisch- und Fleischgerichte und üppige Desserts  kennen lernen. So gut wie jedes Restaurant bietet aber auch vegetarische Gerichte an.

Polnische Schrift

Sonntag, den 27. Juli 2008

Die polnische Schrift wird von Anfang an mit dem lateinischen Alphabet geschrieben und die polnischen Laute werden mit diakritischen Zeichen wiedergegeben.

polnisches-alphabet.jpgDas polnische Alphabet besitzt 32 Buchstaben, wobei die Buchstaben Q,V,X nur bei Fremdwörtern verwendet werden, aber seit 1910 zum modernen polnischen Alphabet gehören.

Diakritische Zeichen können als Erkennungsmerkmal für Sprachen dienen und kommen im lateinischen Alphabet in vielen verschiedensten Varianten vor. Sie bestehen aus kleinen Zeichen wie Punkte, Häkchen, Striche und Kreisen und markieren die besondere Aussprache oder Betonung in der Sprache. Die eichen befinden sich entweder über oder unter dem Buchstaben und können in einigen Fällen wie auch im Polnischen durch einen Buchstaben gehen.

Im Polnischen gibt es Krummhaken (poln.: ogonki), Punkte, Akuts oder einen Schrägstrich durch den Buchstaben Ł,ł. Die mit Sonderzeichen behafteten Buchstaben bilden im Polnischen Alphabet eigenständige Buchstaben. Im Gegensatz zum Polnischen sind die Punkte über den Umlauten, die einzigsten diakritischen Zeichen in der Deutschen Sprache.

Polnische Namen

Sonntag, den 20. Juli 2008

Die polnische Namen bestehen meist aus drei Teilen. Dem Vornamen, zweiten Vornamen und Familiennamen. Wobei der erste Vorname als Rufname benutzt wird und der Zweite nur auf Dokumenten auftaucht. Aus der Tradition heraus gibt man dem Sohn den Rufnamen des Vaters.

Häufige männliche Vornamen

  • Jan
  • Andrzzej
  • Piotr
  • Krzysztof
  • Stanislaw

Bei fast allen slawischen Sprachen, so auch im Polnischen, werden die Vor- und Nachnamen je nach Geschlecht dekliniert. Ein weiblicher Vor- und Nachname endet meist mit [a].

Häufige weibliche Vornamen

  • Anna
  • Maria
  • Katarzyna
  • Malgorzata
  • Agnieszka

Oftmals begegnet man auch Nachnamen die auf -ski oder -wski enden. Diese Nachnamen sind oftmals Herkunftsnamen, die auf einen Ort hinweißen. Ein Bezug zu einer Sippe, Stand oder historischen Besonderheit ist auch möglich. Diese Nachnamen weißen aber nicht automatisch auf adelige Wurzel hin,obwohl der polnische Adel in der Vergangenheit oft einen Herkunftsnamen führte.

Häufige polnische Nachnamen

  • Nowak
  • Kowalski/a
  • Wisniewski/a
  • Wojcik
  • Kaminski/a

Polnische Teilungen

Mittwoch, den 16. Juli 2008

Der geschwächte polnische Doppelstaat Polen-Litauen am Ende des 17.Jahrhunderts führte zu Expansionsgelüsten der drei Nachbarländer Russland, Preußen und Österreich-Ungarn. Die Polnische Teilungen Ende des 18.Jahrunderts hatte das Verschwinden Polens von der politischen Karte Europas zur Folge.

Die Erste Teilung Polens wurde am 17.Februar 1772 mit der Einigung zur Gebietsaufteilung zwischen Russland und Preußen beschlossen. Österreich schloss sich diesem später an. Zufuhr unterbreitete der Preußische König Friedrich II der russischen Kaiserin Katharina den Vorschlag, das alles drei Nachbarländer polnische Territorien annektieren. Die gegenseitigen Spannungen und Expansionsgelüste sollten so auf Kosten Polens zur Lösung gebracht werden. Mit dem Einmarsch russischer Truppen im Mai 1792 kam es zum Russisch-Polnischen Krieg. Mit der Niederlage Polens kam es letztendlich zur Zweiten Teilung Polens 1793. Der Teilungsvertrag wurde diesmal nur zwischen Russland und Preußen geschlossen. Die Zweite Teilung führte zu einem nationalen Aufstand 1794, der aber misslang und den Anlass den Polnischen Staat vollends verschwinden zu lassen. Januar 1795 schlossen zunächst Russland und Österreich einen Teilungsvertrag den sich dann Preußen später anschloss. König Stanislaus II. August von Polen ratifizierte am 25.November 1795 den Teilungsvertrag und musste abdanken. Die Dritte Teilung Polens hat somit das Ende des Königreichs Polens besiegelt.

Der Nichtangriffspakt von 1939 zwischen dem Deutschen Reich und der Sowjetunion und dem darauf folgenden Einmarsch mit der erneuten Besetzung Polens wird in der Forschungsliteratur oft als die “Vierte Teilung Polens” bezeichnet.

Polnische Wappen

Mittwoch, den 9. Juli 2008

Auf dem polnischen Wappen (polnisch: Herb Polski) ist ein weißer Adler zu sehen, der eine Krone trägt. Der Hintergrund (Wappenschild) ist rot und hat in Verbindung mit dem weißen Adler seit dem 13. Jahrhundert die Grundlage vieler Fahnen und Flaggen Polens und seiner Herrscher gelegt. Vom Betrachter aus richtet sich der Blick des Adlers immer nach links.

staatswappen-ohne-krone.png Während der Zeit der Volksrepublik (1944-1989) wurde zwar dasselbe Wappen verwendet, der Adler trug aber keine Krone.

Bei dem Anblick eines Adlers, der in seinem Horst nistet, hat der erste Herrscher Polens, Lech, beschlossen dieses Bild als sein Emblem zu verwenden. Dies ist aber nicht belegbar und gilt als Legende.

staatswappen-polen.png

Staatswappen von Polen