Archiv der Kategorie ‘Land und Leute‘

Polnische Flagge

Sonntag, den 6. Juli 2008

Die Polnische Flagge ist seit 1997 als Staatssymbol durch die polnische Verfassung geregelt. Die Nationalflagge ist eine horizontal zweigeteilt e Flagge in Weiß und Rot. Auf der Staatsflagge wird zudem das Staatswappen auf dem weißen Untergrund mit abgebildet. Der weiße Adler auf dem Staatswappen gilt seit dem 13.Jahrhundert als Symbol Polens und hat seitdem in Verbindung mit dem roten Wappenschild die Grundlage für viele Fahnen, Flaggen und Herrscher gebildet. Der rote Farbton war Anfangs (1919) nicht klar definiert. Nach zwischenzeitlichen Festlegungen (1921 Purpurrot; 1928 Zinnoberrot) hat das Parlament am 31.Januar 1980 nach Normen der Internationalen Beleuchtungskommission die Farbe Rot festgelegt.

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Nationalflagge

Die 16 Woiwodschaften und auch die Landkreise und Gemeinden besitzen ihre eigenen Flaggen die teilweise auf historische Vorbilder zurückgehen. So stammt die Flagge Danzigs noch aus der Zeit der Hanse und Großpolen verwendet noch die Flagge mit Wappen von König Przemyslaw II.

Polnische Nachnamen

Samstag, den 28. Juni 2008

In Deutschland ist es üblich jemanden mit dem Nachnamen anzureden, z.B. Herr Mustermann. In Polen dagegen wird dies eher als Beleidigung oder gar Provokation angesehen. Die bürgerliche Erfindung des Nachnamens wurde erst im 18. Jahrhundert während der Teilung Polens unter den Großmächten Österreich, Preußen und Russland. Nachnamen wirken fürr Polen ehr als kalt, Vorname hingegend als freundlich. Hoch angesehen sind Titel, man sollte in so einem Fall denjenigen mit Titel ansprechen. Titel werden ebenfalls “aufgerundet”, ein Stellvertretender Direktor wird zum Direktor, ein Staatssekretär zum Minitrze.

Wie in fast allen slawischen Sprachen wird der Nachname je nach Geschlecht dekliniert. Nachnamen mit einem wski oder ski deuten oft auf die Herkunft an, sie geben also einen Hinweis auf einen Ort, Sippe, Stand oder historische Besonderheit an. Z.B. Podolski: der aus Podolien Stammende. Die Endungen weisen nicht unbedingt auf eine adelige Herkunft hin, viele Bürger besitzen aber noch einen Namen mit der Endung -ski, da im früherern Königreich Polen der Adel über 10% der Bevölkerung stellte.

Polnische Sprache

Dienstag, den 24. Juni 2008

Polnisch wird von ca. 56 Mio. Menschen weltweit gesprochen, wobei ca. 18 Mio. davon im Ausland leben. In der linguistischen Klassifikation zählt die polnische Sprache zur lechischen Gruppe der westslawischen Sprachen. Polnisch ist eng verwandt mit dem Tschechischen, Slowakischen, Kaschubischen und Sorbischen.

Wie auch in jeder anderen lebendigen Sprache gab und gibt es Veränderungen und Entwicklungen in der polnischen Sprache. Dies betrifft sowohl die Grammatik als auch den Wortschatz. So hat z.B. die Umsiedlung der Bevölkerung nach dem Zweiten Weltkrieg und die zunehmende Verstädterung zu einer Vereinheitlichung der Dialekte geführt. Auch unter dem Einfluss der Medien und Bildung, die im allgemeinen Dialekt durchgeführt wird, sind bei der jüngeren Generation Dialekte kaum noch ausgeprägt. Gegenwärtig ist ein großer Einfluss des Englischen zu beobachten, gleichzeitig verschwinden viele russische und französische Fremdwörter.

In der Umgangssprache haben in den letzten Jahren viele vulgäre Ausdrücke Einzug erhalten. Sie werden auch in Situatonen verwendet, die früher undenkbar waren und haben somit an Stärke verloren. Man sollte nicht gleich erschrecken wenn irgendwoher ein lautes kurwa zu hören ist. Kurwa ist zwar das polnische Wort für Hure aber wird von vielen Polen als Interjektion in der Umgangssprache verwendet, in solchen Fällen ist es mit dem Deutschen Scheiße zu vergleichen.

Polnische Vornamen

Dienstag, den 24. Juni 2008

Die christliche Tradition in Polen findet sich auch in den polnischen Vornamen wieder. Die meisten haben ihren Ursprung aus dem christlichen Raum und wurden bereits im Mittelalter in die polnische Sprache übernommen. Aus der Tradition heraus weisen die Vornamen auf das Geschlecht des Kindes hin, dies geht auch aus Grammatik hervor, da die Vornamen dekliniert werden. Früher wiesen die Endungen der Nachnamen bei Frauen nicht nur auf das Geschlecht hin, sondern auch auf ihren Familienstand, heut wird auf diese Tradition verzichtet. Die Vornamen der Jungen enden auf Konsonanten (z.B. Tomasz) oder auf Vokale, meistens -i bzw. -y (Walery) in Ausnahmen auf -o oder -a. Mädchennamen hingegen enden immer auf -a (Ewa, Maria).

Ebenfalls Tradition bei Jungen ist es als zweiten Vornamen den Vornamen des Vaters zu geben. Der zweite Vorname ist auch bei der katholischen Taufe bedeutend. Im täglichen Kontakt wird aber nur der Erste gebraucht, der Zweite findet sich nur in Dokumenten wieder. Früher und heute spielen verschieden Faktoren bei der Namensgebung eine Rolle. So haben die Kinder früher oft Namen von Königen oder Nationalhelden bekommen, auch spielte die Religion eine Rolle. Heute findet man durchaus Namen von Lieblingsschauspielern oder Sportlern. Der Vorname Adam, abstammend vom sehr populären Skispringer Adam Malysz, ist sehr häufig zu finden. Vornamen aus typisch slawischer Herkunft kommen nur noch selten vor, diese werden auch nicht unbedingt aus der Tradition heraus vergeben, sondern wegen ihrer Originalität.

Familie Polen

Montag, den 23. Juni 2008

Für Polen steht ein harmonisches Familienleben an erster Stelle und ist für sie wichtiger und hat gleichzeitig einen höheren Wert als Geld oder etwa die berufliche Stellung. Die Familien sind emotional eng miteinander verbunden, es kommt nicht selten vor das mehrere Generationen unter einem Dach leben. Natürlich spielen finanzielle Gründe auch eine Rolle. Wenn man die Scheidungsrate in Polen mit der von Europa vergleicht, ist schon auffallend, dass diese weit hinter dem europäischen Durchschnitt liegt. Dies macht auch die Bedeutung der Religion im Leben eines Polen deutlich.

Im Gespräche mit einer polnischen Familie oder einem kennen lernen, könnte man zunächst einem Irrtum unterliegen und denken das polnische Familien immer Großfamilien sind. Dies ist aber nicht der Fall, da in der Alltagssprache Cousine oder Schwägerin Schwester sagt und zum Cousin Bruder. Heute arbeiten meist beide Elternteile und auch für Frauen ist eine berufliche Karriere wichtig. Von dem typischen Klischee mit dem Bild das der Mann Alleinverdiener ist und die Hausfrau sich um die Familie kümmert, wird somit immer mehr abgerückt. Deshalb wird auch großen Wert auf gemeinsame Mahlzeiten gelegt, insofern es die Zeit zulässt.

Kirche Polen

Dienstag, den 10. Juni 2008

Der Glauben an Gott in Polen ist mit 90% sehr hoch und weit verbreitet. Ihren Glauben regelmäßig praktizieren zum Beispiel Beichten oder in Gottesdiensten tun ca. die Hälfte der Polen. Der Rest beschränkt das Christsein auf religiöse Feiertage. Die Gleichgültigkeit gegenüber der Kirche hat in letzter Zeit zugenommen, Soziologen gehen davon aus, dass dies wohl mit der rasanten wirtschaftlichen Entwicklung und das westliche Konsumverhalten zu tun hat. Seit Beginn der polnischen Kirche fördert sie die Einheit und Unabhängigkeit des polnischen Staates. Gerade während der Zeit als Polen kein souveräner Staat war dies besonders von Bedeutung.

In Polen gibt es 138 offiziell registrierte Kirchen und Glaubensgemeinschaften, wobei 95% der katholischen Kirche angehören, die römisch katholische Kirche vereint dabei die meisten Anhänger. Neben der katholischen Kirche gibt es noch viele kleinere Kirchen und Religionsgemeinschaften. So zählt zum Beispiel die polnisch orthodoxe Ostkirche zu der zweitgrößten offiziellen Glaubensgruppierung im Lande. Die Gläubigen (ca. 550.000) vertreten vor allem die weißrussische Minderheit in Ostpolen. Weitere religiöse Gruppierungen sind zum Beispiel die Muslimische Vereinigung (Islam) und Vereinigung der Jüdischen Gemeinden (Juden).

Nach der Wahl von Karol Wojtyla 1978 zum Papst hat die polnische Religiosität eine neue Dimension erreicht. Außerdem hat Johannes Paul II die katholische Kirche stark revolutioniert, so hat er die Kirche für die Probleme in der Welt geöffnet.

Polen Geschichte

Donnerstag, den 5. Juni 2008

Die polnische Geschichte beginnt mit der slawischen Besiedlung während der Völkerwanderung und der anschließenden Christianisierung 966. Unter dem Herrscherhaus der Piasten gab es im frühen Mittelalter die erste Blütezeit Polens, die aber 1138 mit der Zersplitterung Polens in einzelne Herzogtümer endete.

Vom Spätmittelalter bis zur Neuzeit gab es eine enge Verbundenheit mit Litauen. So konnte Polen als Union mit dem Großfürstentum Litauen ab 1385 zu einer europäischen Großmacht aufsteigen. 1589 wurde die Union Polens mit Litauen in einem gemeinsamen Staat gefestigt. Die Adelsrepublik wurde mit der Zeit von innen und außen geschwächt. So führte Bürgerkriege, Aufstände, Unwille zu Reformen und Kriege mit auswärtigen Mächten zum Zusammenbruch des souveränen Staates. Mit der Teilung im 18. Jahrhundert verschwand Polen und Litauen von der europäischen Landkarte und nach dem Wiener Kongress 1815 gingen die größten Teile an das russische Zarenreich.

Nach dem Ende des 1. Weltkriegs 1918 gab es dann die “Wiedergeburt” Polens als Zweite Polnische Republik, allerdings wurde die Zeit der staatlichen Reorganisation von militärischen Konflikten begleitet. Mit Ausbruch des 2. Weltkriegs wurde Polen vom Großdeutschen Reich und der Sowjetunion vereinnahmt. Die Dritte Polnische Republik litt ab 1945 fast 45 Jahre lang unter sowjetischer Bevormundung. Mit der Solidarnosc Bewegung wurden dann 1989 Verhandlungen mit der kommunistischen Regierung zur Neuregelung der Macht aufgenommen und bei den nächsten Parlamentswahlen konnte die Opposition gewinnen. Der Weg für Reformen und Demokratisierung war somit frei.

Nationalhymne Polen

Dienstag, den 29. April 2008

“Noch ist Polen nicht verloren” („Jeszcze Polska nie zgineÅ‚a“) so beginnt die polnische Nationalhymne. Geschrieben wurde sie von Jozef Rufin Wybicki 1797 in Italien. Sicherlich ein ungewöhnlicher Ort aber Jozef Wybicki war Mitglied jener Truppen denen nach der Teilung Polens in Italien Gastfreundschaft gewährt wurde, die unter Napoleon in Italien und Spanien dienten. Unter der von General Jan Henryk Dabrowski gegründeten polnischen Legion wurde dieses Lied schnell zur Hymne. Auch der Bekanntheitsgrad wuchs immer mehr, eroberte die Herzen aller Polen und überdauerte die fast 150 Jahre der Unterdrückung. 1926 wurde die Mazurek Dabrowskiego dann offiziell zur polnischen Nationalhymne erhoben.

deutsche Übersetzung (inoffiziell) der polnischen Nationalhymne

Noch ist Polen nicht verloren,
Solange wir leben.
Was uns fremde Übermacht nahm,
werden wir uns mit dem Säbel zurückholen.

Marsch, marsch, Dabrowski,
Von italienischem Boden bis nach Polen.
Unter deiner Führung
Vereinen wir uns mit der Nation.

Wir werden die Weichsel und Warthe durchschreiten,
Wir werden Polen sein,
Bonaparte gab uns vor,
Wie wir zu siegen haben.

Marsch, marsch, Dabrowski …

Wie Czarniecki bis nach Posen
Nach der schwedischen Besetzung,
Zur Rettung des Vaterlands
Kehren wir übers Meer zurück.

Marsch, marsch, Dabrowski …

Da spricht schon ein Vater zu seiner Barbara
Weinend:
“Höre nur, es heißt, dass die Unseren
Die Kesselpauken schlagen.”

In Bedomin (Bedzin) befindet sich im Geburtshaus von Jozef Wybicki das Museum der Nationahymne. Die interessante Geschichte der Nationalhymne wird hier anhand vieler Urkunden und Andenken erzählt.

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Jozef Rufin Wybicki

Polen Flagge

Donnerstag, den 10. April 2008

Seit Anfang des 13 Jahrhunderts ist ein weißer Adler das Hauptemblem von Polen. In Verbindung mit dem roten Schild bildet es die Grundlage für viele Fahnen und Flaggen. Der Legende nach beschloss der erste Herrscher Polens, Lech (Existenz geschichtswissenschaftlich nicht belegbar) beim Anblick eines weißen Adlers, dieses als Emblem zu verwenden. Der Blick des Adlers ist nach heraldisch rechts gerichtet (vom Betrachter aus nach links). Zur Zeit der Volksrepublik wurde der Adler ohne Krone abgebildet. Bei offiziellen Anlässen wird eine Flagge gehisst, auf der sich das polnische Staatswappen in der Mitte des weißen Streifens befindet.

Am 1. August 1919 wurde die Flagge offiziell eingeführt und am 20 März 1956 nach dem Zweiten Weltkrieg wiederhergestellt. Seit 1997 werden die polnischen Staatssymbole durch die polnische Verfassung geregelt.

Bei der offiziellen Einführung 1919 war der Farbton nicht definiert. Erst 1921 hat das Ministerium für militärische Angelegenheiten die Farbe Purpurrot festgelegt. 1928 bestand der polnische Präsident darauf, dass der korrekte Farbton Zinnoberrot sei, dies galt bis 1980. Nach den Normen CIE (Commission Internationale de l’Éclairage) wurde vom polnischen Parlament 1980 Rot festgelegt.

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