Masuren Polen
Montag, den 21. Juli 2008Im Norden von Polen in der Woiwodschaft Ermland-Masuren liegt die Region Masuren (polnisch: Mazury). Mit der Teilung von Ostpreußen im Jahr 1945 sind die Masuren die größte Seenlandschaft Polens. Ursprünglich wurde dieses Gebiet von Barten, Sudauern, Galindern und prußischen Pogesindern bewohnt, bis es dann im 13.Jahrhundert vom Deutschen Orden erobert wurde. In das Masuren Gebiet wanderten vor allem angeworbene Siedler aus Niedersachsen und Westfalen ein.
Zu Ehren der vielen eingewanderten evangelischen Masuren (ethn. Volksgruppe) aus Masowien benannte man -inoffiziell- dieses Gebiet ab dem 18.Jahrhundert als Masurische Landschaft oder Masurische Seenplatte. Die allgemeine Schulpflicht bewirkte eine zunehmende Eindeutschung der Masuren. Im letzten Drittel des 18.Jahrunderts waren ca.34% der Bewohner deutschsprachig, bei der Volkszählung 1910 gaben 58% Deutsch als Muttersprache an. Nach dem Ersten Weltkrieg erhob Polen Anspruch auf dieses Gebiet. Allerdings ergab die unter Aufsicht einer interallierten Kommission abgehaltene Volksabstimmung ein Verbleib zu Deutschland.
Nach dem Zweiten Weltkrieg und unter polnischer und russischer Verwaltung wurde eine erneute Volkszählung durchgeführt. Mit den Auflagen die Deutsche Sprache nicht zu gebrauchen und deutschsprachige Vor- und Nachnamen abzulegen, erhielten die 114.000 sogenannten Autochthone (altgriechisch: “alteingesessen”) Bewohner ein bleiberecht. Die als Deutsche eingestuften wurden größtenteils vertrieben. Besonders in den 70er und 80er gab es viele Spätaussiedler aus dieser Region in die Bundesrepublik.